Forschung & Lehre

Komplementärtherapie versteht sich als methodengeleitete und prozesshafte Unterstützung von Menschen. Die verschiedenen Methoden der Komplementärtherapie umfassen Anamnese, Biographiearbeit, Befunderhebung, Planung, Durchführung und Evaluation einer Behandlung auf der Basis eines klar definierten komplementärtherapeutischen Ansatzes. Behandlungsrelevante Informationen und Angaben der Klienten werden methodenspezifisch erhoben, geordnet und ausgewertet.

Die Methoden der Komplementärtherapie sind nicht auf Symptome konzentriert, nicht invasiv und verwenden keine Apparate. Komplementäre Methoden sind an den individuellen Bedürfnissen der Menschen orientiert. Sie erschließen und stärken die Ressourcen und wecken die Selbstheilungskräfte des Organismus. Die Klienten lernen, jene Verhaltensweisen, die sie gesundheitlich und in ihrer persönlichen Entwicklung beeinträchtigen, zu erkennen und nachhaltig zu verändern.

Inhalt der komplementärtherapeutischen Forschung am Institut für körperbezogene Therapien ist die Entwicklung, Implementierung und Anwendung von Forschungsmethoden und Informationssystemen für die Komplementärtherapie. Wesentlich dabei ist, zunächst herauszufinden und festzulegen, welche Forschungsmethoden sich überhaupt für Komplementärtherapien eignen. Neben der Wirksamkeit komplementärtherapeutischer Methoden geht es um deren Zweckmäßigkeit und auch Wirtschaftlichkeit.

Daher wird Grundlagenforschung zu den Prinzipien und der Phänomenologie der komplementärtherapeutischen Methoden betrieben. Die Grundlagenforschung wird ergänzt durch Projekte, welche die universitäre Ausbildung in Komplementärtherapie optimieren. Außerdem gibt es einen Bereich „Sonstige Forschung“, in den Projekte z. B. zur Klärung juristischer Fragestellungen eingebracht werden können.

Neben der Durchführung komplementärtherapeutischer Studien in etablierten Designs werden auch neue Methoden für die Analyse randomisierter und nicht-randomisierter Studien entwickelt, mit deren Hilfe die Evaluation von Behandlungserfolgen verfeinert werden kann. Zudem wird an der Entwicklung von statistischen und anderen Indikatoren für das Gesundheitssystem gearbeitet, die das Konzept der Evidenz im Sinne einer individualisierten und personalisierten Gesundheitsversorgung erweitern und die Wirkweise und Nachhaltigkeit von komplementärtherapeutischen Behandlungen dokumentieren.

Darüber hinaus sollen Studien-, Literatur- und Projektdatenbanken etabliert und webbasierte Systeme zur Unterstützung der Klientenversorgung entwickelt und evaluiert werden. Die Evaluation der Anwendung von Neuen Medien in der komplementärtherapeutischen Aus- und Weiterbildung ist ein weiterer Schwerpunkt.

Langfristiges Ziel ist es, die Akzeptanz der komplementären Methoden in Wissenschaft und Gesellschaft zu stärken.